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Gibt es ein typisches Myelodysplastisches Syndrom?

Die Symptome des MDS sind häufig unspezifisch. Menschen können von MDS betroffen, aber beschwerdefrei sein. Genauso ist es möglich, dass unterschiedliche Befindlichkeitsstörungen oder Anzeichen einer schweren Erkrankung vorliegen.

Die Diagnose „MDS“ erscheint somit in manchen Fällen recht überraschend. Sie kann sich aber auch durch verschiedene Symptome bereits über einen längeren Zeitraum andeuten.

MDS erkennen

Die Symptome des MDS entwickeln sich in der Regel eher langsam. Die Betroffenen verlieren allmählich immer mehr an Kraft. Es treten Schwächegefühle, Atemnot bei Belastung, Einblutungen oder vermehrte Infektionen auf.

Die Erkrankung kann in einem frühen Stadium bei einer Routineuntersuchung als Zufallsbefund entdeckt werden. Meist treten jedoch deutlichere Beschwerden auf, weshalb Betroffene einen Arzt aufsuchen.

Der Übergang einer MDS-Erkrankung zu einem bösartigen, aggressiven Blutkrebs kann überraschend auftreten (akute myeloische Leukämie = AML).


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Haben Sie derartige Beschwerden?

Dann sprechen Sie mit ihrem Hausarzt und ziehen Sie bei Verdacht auf MDS einen Spezialisten (Hämatologen) hinzu.


MDS-Auswirkungen

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Blutarmut
Die Verminderung der Anzahl der roten Blutkörperchen bei MDS führt zu Sauerstoffmangel, Blässe, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, verminderter Leistungsfähigkeit, Kurzatmigkeit, allgemeiner Schwäche und Unwohlsein. Einige Betroffene leiden unter Kopfschmerzen, Ohrensausen, Schwindel und einem schnellen Pulsschlag (Blutarmut, Anämie).


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Infektionen
Die Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie oder Neutropenie) hat zumeist eine erhöhte Infektanfälligkeit aller möglichen Arten zur Folge.


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Blutungen
Die Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie) verursacht Gerinnungsstörungen und unerwünschte Blutungen. Dazu gehören kleine punktförmige Hautblutungen, blaue Flecken, Nasenbluten, verlängerte Nachblutungen z.B. nach Zahnarztbesuchen, leichten Verletzungen und bei Regelblutungen.


Ein typischer Weg

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Frank Jörgens, 72 Jahre, MDS-Patient
Ich hatte anhaltende und starke Brustschmerzen. Bei meinem Kardiologen wurde ein kleiner Herzinfarkt und eine schwere Blutarmut diagnostiziert. Der Hämatologe führte eine Knochenmarkbiopsie (Untersuchung) durch und stellte ein MDS fest.


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Sabine Jörgens, Angehörige
Ich hätte nie gedacht, dass die Brustschmerzen von meinem Mann eine solche Bluterkrankung aufdecken!


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Prof. Dr. med. Uwe Platzbecker, Hämatologe
Der Weg von Herrn Jörgens ist relativ typisch. Es gibt Erkrankungssymptome, die nicht offensichtlich auf eine Bluterkrankung hindeuten. Gut ist, wenn die Fachärzte eng zusammenarbeiten, um alle Möglichkeiten in Betracht zu ziehen und zu überprüfen.